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Betreiber & Investoren 11 Min. Lesezeit Serie Der Betreiber-Kompass, Teil 5 von 6

Energieverbrauch im Blick: Was Betreiber monatlich prüfen sollten

Die zehn Kennzahlen, die kein Betreiber ignorieren sollte

Energieverbrauch im Blick: Was Betreiber monatlich prüfen sollten

Wer seine Gebäudetechnik im Griff haben will, braucht mehr als ein Jahresabschluss-Gefühl. Die entscheidenden Signale zeigen sich im Monatsverlauf, manchmal sogar früher. Wer wartet, bis die Jahresabrechnung kommt, hat wertvolle Monate verloren, in denen eine Anlage unnötig viel Energie verbraucht hat. Dieser Beitrag ist eine Praxisliste für Betreiber, Infrastrukturleiter und alle, die für die Betriebskosten einer Liegenschaft verantwortlich sind.

Wir zeigen, welche zehn Kennzahlen monatlich auf dem Tisch liegen sollten, was Warnsignale bedeuten und welche Sofortmassnahmen ohne grossen Aufwand möglich sind. Für den systematischen Aufbau eines Energiemonitorings verweisen wir auf unseren Artikel «Energiemonitoring aufbauen: was brauche ich wirklich?».

Zehn Kennzahlen, die kein Betreiber ignorieren sollte: eine Übersicht für den monatlichen Energiecheck.
Zehn Kennzahlen, die kein Betreiber ignorieren sollte: eine Übersicht für den monatlichen Energiecheck.

Warum monatlich und nicht jährlich?

Die Jahresbilanz zeigt, was war. Die Monatsbilanz zeigt, was gerade passiert. Das ist ein grundlegender Unterschied, der im Betrieb oft unterschätzt wird.

Viele Abweichungen entstehen schleichend. Eine Heizung, die im Oktober schon auf Vollast läuft, obwohl die Aussentemperatur noch mild ist. Eine Kälteanlage, deren Leistungszahl von Monat zu Monat sinkt, ohne dass jemand es bemerkt. Ein Warmwassersystem, das nachts mehr Energie verbraucht als tagsüber. Solche Muster sind im Jahreswert unsichtbar, im Monatsverlauf aber deutlich erkennbar.

Die Norm SN EN ISO 52120-1 (SIA 386.111) beschreibt, wie Gebäudeautomation zur Energieeffizienz beiträgt. Ein zentraler Punkt dabei ist die Überwachung des tatsächlichen Betriebs. Energiemonitoring ist keine Kür, sondern ein Werkzeug, das erst dann nützt, wenn es regelmässig genutzt wird. ISO 50001 verlangt von Organisationen mit Energiemanagementsystem eine kontinuierliche Überwachung der energierelevanten Grössen. Auch ohne formelles Zertifikat ist das Prinzip sinnvoll: messen, vergleichen, handeln.

Die zehn Kennzahlen im Überblick

Wir haben die Kennzahlen in vier Gruppen gegliedert: Wärme, Kälte, Strom und Warmwasser. Jede Gruppe hat ihre eigene Logik, aber alle hängen zusammen.

Gruppe 1: Wärme

Kennzahl 1: Wärmeverbrauch in kWh pro Monat

Das ist die Basisgrösse. Sie zeigt, wie viel thermische Energie das Gebäude im Berichtsmonat bezogen hat. Allein ist sie wenig aussagekräftig, weil sie stark von der Aussentemperatur abhängt. Deshalb gehört sie immer zusammen mit der Heizgradtagzahl des Monats betrachtet. Liegt der Verbrauch deutlich über dem witterungsbereinigten Vorjahreswert, ist das ein Warnsignal.

Warnsignale: Verbrauch steigt trotz gleichbleibender Nutzung. Verbrauch ist im Vergleich zum Vorjahresmonat auffällig hoch, auch nach Witterungskorrektur. Verbrauch beginnt früher im Herbst zu steigen als in den Vorjahren.

Sofortmassnahme: Heizkurve und Nachtabsenkung prüfen. Sind die Betriebszeiten korrekt eingestellt? Gibt es Zonen, die ausserhalb der Nutzungszeiten beheizt werden?

Kennzahl 2: Vorlauftemperatur im Mittel

Die mittlere Vorlauftemperatur zeigt, ob die Anlage witterungsgeführt und bedarfsgerecht arbeitet. Eine zu hohe Vorlauftemperatur bedeutet unnötige Verluste und schlechtere Effizienz bei Wärmepumpen. Unser Artikel «Vorlauftemperatur senken: Der unterschätzte Schlüssel zur Dekarbonisierung» geht auf diesen Zusammenhang ausführlich ein.

Warnsignale: Vorlauftemperatur liegt konstant am oberen Anschlag, unabhängig von der Aussentemperatur. Grosse Schwankungen ohne erkennbaren Grund. Vorlauftemperatur sinkt nicht bei mildem Wetter.

Sofortmassnahme: Heizkurvenparameter in der Regelung kontrollieren. Maximalbegrenzer prüfen.

Kennzahl 3: Spreizung zwischen Vor- und Rücklauf

Die Spreizung, also die Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf, ist ein direktes Mass für die hydraulische Qualität der Anlage. Eine zu kleine Spreizung bedeutet, dass zu viel Wasser mit zu wenig Wärmeabgabe umgewälzt wird. Das kostet Pumpenenergie und belastet die Erzeuger. Wir haben diesem Thema einen eigenen Artikel gewidmet: «Das Low-Delta-T-Syndrom: Die kleine Spreizung als teuerster Fehler im Heizungskeller».

Warnsignale: Spreizung liegt dauerhaft unter dem Auslegungswert. Spreizung schwankt stark ohne erkennbaren Betriebsgrund.

Sofortmassnahme: Pumpenleistung und Differenzdruckregelung prüfen. Thermostatventile auf Funktion kontrollieren.

Gruppe 2: Kälte

Kennzahl 4: Kälteverbrauch in kWh pro Monat

Analog zum Wärmeverbrauch zeigt der Kälteverbrauch, wie viel Kühlenergie das Gebäude bezogen hat. Auch hier ist der Vergleich mit dem Vorjahr und mit der Aussentemperatur entscheidend. Ein hoher Kälteverbrauch bei moderaten Aussentemperaturen deutet auf interne Lasten, schlechte Beschattung oder eine Anlage hin, die nicht in den Teillastbetrieb wechselt.

Warnsignale: Kälteverbrauch steigt, obwohl die Aussentemperaturen nicht aussergewöhnlich waren. Kältebedarf auch in Monaten, in denen er in den Vorjahren nicht aufgetreten ist.

Sofortmassnahme: Betriebszeiten der Kälteanlage prüfen. Freie Kühlung (Free Cooling) aktiviert? Beschattungssteuerung korrekt?

Kennzahl 5: COP der Kälteanlage (monatlicher Mittelwert)

Der COP (Coefficient of Performance) beschreibt das Verhältnis von erzeugter Kälteleistung zu eingesetzter elektrischer Energie. Ein sinkender COP über mehrere Monate ist ein klares Warnsignal, das auf Verschmutzung, Kältemittelverlust, schlechte Rückkühlung oder falsche Betriebspunkte hinweist. Unser Artikel «Betriebsoptimierung Kälte: Teillast, Free Cooling und Rückkühlung» beschreibt die Zusammenhänge im Detail.

Warnsignale: COP sinkt von Monat zu Monat, ohne dass sich die Aussentemperaturen wesentlich verändert haben. COP liegt deutlich unter dem Auslegungswert.

Sofortmassnahme: Rückkühler auf Verschmutzung prüfen. Kondensationstemperatur kontrollieren. Wartungsintervall prüfen.

Kennzahl 6: Spreizung im Kältekreis

Auch im Kältekreis ist die Spreizung zwischen Vor- und Rücklauf eine wichtige Grösse. Eine zu kleine Spreizung bedeutet hier ebenfalls zu hohe Volumenströme und schlechtere Effizienz. Gleichzeitig kann eine zu grosse Spreizung auf unzureichende Durchströmung einzelner Verbraucher hinweisen.

Warnsignale: Spreizung weicht dauerhaft vom Auslegungswert ab. Grosse Unterschiede zwischen verschiedenen Kältekreisen im selben Gebäude.

Sofortmassnahme: Pumpenregelung und Differenzdruckvorgaben prüfen. Verbraucher auf Durchströmung kontrollieren.

Warnsignale im Monatsverlauf: Wann Kennzahlen zum Handeln auffordern.
Warnsignale im Monatsverlauf: Wann Kennzahlen zum Handeln auffordern.

Gruppe 3: Strom

Kennzahl 7: Gesamtstromverbrauch und Grundlast

Der Gesamtstromverbrauch zeigt den totalen Energiebezug des Gebäudes. Besonders aufschlussreich ist die Grundlast, also der Verbrauch in Zeiten ohne Nutzung, typischerweise nachts und am Wochenende. Eine hohe Grundlast deutet auf Geräte oder Systeme, die unnötig laufen, wenn das Gebäude leer ist.

Warnsignale: Grundlast steigt im Vergleich zum Vorjahr. Grundlast ist höher als ein sinnvoller Anteil des Tagesverbrauchs. Verbrauchsspitzen zu ungewöhnlichen Zeiten.

Sofortmassnahme: Lastgangkurve aus dem Zähler oder der GLT abrufen. Grosse Verbraucher auf Betriebszeiten prüfen. Beleuchtungsautomatik kontrollieren.

Kennzahl 8: Stromverbrauch der Pumpen und Ventilatoren

Pumpen und Ventilatoren sind in vielen Gebäuden die grössten elektrischen Verbraucher nach der Kälteanlage. Ihr Verbrauch sollte proportional zur Nutzung und zur Witterung schwanken. Ein konstant hoher Verbrauch unabhängig von der Last deutet auf fehlende Drehzahlregelung oder falsch eingestellte Druckvorgaben hin.

Warnsignale: Pumpenverbrauch ist auch bei geringer Heiz- oder Kühllast hoch. Ventilatoren laufen auf Maximaldrehzahl, obwohl die Raumluftqualität gut ist.

Sofortmassnahme: Frequenzumrichter-Einstellungen prüfen. Drucksollwerte und Kaskadenregelung kontrollieren. Betriebszeiten der Lüftungsanlage prüfen.

Gruppe 4: Warmwasser

Kennzahl 9: Warmwasserverbrauch in kWh und m³

Der Warmwasserverbrauch umfasst sowohl den thermischen Energiebedarf für die Erwärmung als auch die Verteilungsverluste. Letztere sind in vielen Gebäuden erheblich, besonders wenn die Zirkulationsleitung nicht bedarfsgeführt ist. Ein hoher Verbrauch ausserhalb der Nutzungszeiten ist ein klares Warnsignal.

Warnsignale: Warmwasserverbrauch ist nachts oder am Wochenende auffällig hoch. Verbrauch steigt, ohne dass sich die Nutzerzahl verändert hat. Temperatur im Rücklauf der Zirkulation zu hoch oder zu niedrig.

Sofortmassnahme: Zirkulationspumpe auf Zeitsteuerung prüfen. Speichertemperatur und Legionellenschutzprogramm kontrollieren. Unser Artikel «Warmwasser effizient betreiben: Komfort sichern, Verluste reduzieren» gibt weitere Hinweise.

Kennzahl 10: Energiekennzahl (EKZ) im Monatsvergleich

Die Energiekennzahl setzt den Gesamtenergieverbrauch (oder einzelne Verbrauchsarten) ins Verhältnis zur Bezugsgrösse, typischerweise die Energiebezugsfläche in m². Sie erlaubt den Vergleich über die Zeit und mit Benchmarks. Die SIA 2040 definiert Energiekennzahlen für verschiedene Gebäudekategorien. Die KBOB stellt Energiebenchmarks für Schweizer Gebäude bereit, die als Orientierungswerte dienen.

Warnsignale: EKZ steigt über mehrere Monate. EKZ liegt deutlich über dem Benchmark für die Gebäudekategorie. EKZ verbessert sich trotz Massnahmen nicht.

Sofortmassnahme: Verbrauchsstruktur analysieren. Welche Energieart ist für den Anstieg verantwortlich? Ist die Bezugsgrösse noch korrekt (z. B. nach Umbau oder Nutzungsänderung)?

Die monatliche Checkliste in der Praxis

Eine Checkliste nützt nur, wenn sie auch wirklich genutzt wird. Wir empfehlen, die zehn Kennzahlen in einer einfachen Tabelle zu führen, die monatlich aktualisiert wird. Dazu gehören der aktuelle Monatswert, der Vorjahreswert desselben Monats, die Abweichung in Prozent und eine kurze Bewertung (unauffällig, prüfen, handeln).

Die Witterungskorrektur ist dabei unverzichtbar. Ein Heizmonat mit aussergewöhnlich tiefen Temperaturen wird immer mehr Energie verbrauchen als ein milder Monat. Ohne Korrektur vergleicht man Äpfel mit Birnen. Wie man die Klimakorrektur richtig rechnet, zeigt unser Artikel «Klimakorrektur und Benchmarking richtig rechnen».

Für Betreiber ohne automatisiertes Monitoring ist auch eine manuelle Ablesung möglich, sofern die Zähler vorhanden sind. Wichtig ist die Regelmässigkeit. Ein Monat, der ausgelassen wird, reisst eine Lücke, die sich später kaum schliessen lässt.

Monatliche Checkliste: Vom Messwert zur Bewertung in vier Schritten.
Monatliche Checkliste: Vom Messwert zur Bewertung in vier Schritten.

Warnsignale erkennen und richtig einordnen

Nicht jede Abweichung ist ein Problem. Manche Monate sind witterungsbedingt aussergewöhnlich, manche Nutzungsänderungen erklären einen höheren Verbrauch. Die Kunst liegt darin, echte Warnsignale von normalen Schwankungen zu unterscheiden.

Wir empfehlen, bei jeder Abweichung von mehr als zehn bis fünfzehn Prozent gegenüber dem witterungsbereinigten Vorjahreswert eine kurze Ursachenanalyse durchzuführen. Das muss kein aufwendiger Prozess sein. Oft reicht ein Blick in die Lastgangkurve der GLT oder ein kurzes Gespräch mit dem Servicetechniker.

Systematische Abweichungen, also solche, die sich über mehrere Monate wiederholen, sind ernster zu nehmen als einmalige Ausreisser. Ein COP, der jeden Monat etwas schlechter wird, ist ein deutliches Signal, dass etwas nicht stimmt. Ein einmaliger Spitzenwert im Stromverbrauch kann dagegen auf ein Ereignis zurückzuführen sein, das sich nicht wiederholt.

Wichtig ist auch, die Kennzahlen nicht isoliert zu betrachten. Ein hoher Wärmeverbrauch bei gleichzeitig kleiner Spreizung und hoher Vorlauftemperatur zeigt ein hydraulisches Problem. Ein hoher Stromverbrauch bei niedrigem COP deutet auf die Kälteanlage. Die Kombination der Kennzahlen erzählt die Geschichte der Anlage.

Sofortmassnahmen ohne grosse Investition

Viele der Korrekturen, die sich aus der monatlichen Auswertung ergeben, sind ohne grossen Aufwand möglich. Sie erfordern kein Budget und keine Ausschreibung, sondern nur den Zugang zur Regelung und das Wissen, was zu tun ist.

Zu den häufigsten Sofortmassnahmen in unserer Praxis gehören: Betriebszeiten anpassen, Heizkurven korrigieren, Nachtabsenkung aktivieren oder verstärken, Pumpendruckvorgaben reduzieren, Zirkulationspumpen auf Zeitsteuerung umstellen und Sollwerte in der Kälteanlage optimieren.

Diese Massnahmen sind oft in der Gebäudeautomation parametrierbar, ohne dass ein Techniker vor Ort sein muss. Voraussetzung ist, dass die Anlage korrekt aufgebaut ist und die Zugriffsrechte geregelt sind. Was ein guter Servicevertrag in diesem Zusammenhang enthalten muss, zeigt Teil 4 unserer Serie «Der Betreiber-Kompass»: «Wartungsplanung Gebäudetechnik: Was ein guter Servicevertrag enthalten muss».

Massnahmen, die einen Eingriff in die Hardware erfordern, zum Beispiel der Austausch eines Ventils oder die Reinigung eines Rückkühlers, sollten dokumentiert und mit dem nächsten Wartungstermin koordiniert werden. Auch hier gilt: Wer die Kennzahlen kennt, kann den Servicetechniker gezielt briefen und vermeidet unnötige Einsätze.

Was ein gutes Monitoring-System leisten sollte

Die monatliche Checkliste ist ein guter Einstieg. Wer mehr will, braucht ein strukturiertes Energiemonitoring, das die Daten automatisch erfasst, aufbereitet und vergleicht. Wie ein solches System aufgebaut wird, welche Zähler nötig sind und was es kostet, zeigt unser Artikel «Energiemonitoring aufbauen: was brauche ich wirklich?».

Ein gutes Monitoring-System liefert nicht nur die Rohdaten, sondern auch die Auswertung. Es zeigt Abweichungen automatisch an, vergleicht mit Vorjahreswerten und ermöglicht den Benchmark mit ähnlichen Gebäuden. Es ersetzt nicht das Urteil des Betreibers, aber es macht die relevanten Informationen sichtbar, ohne dass man stundenlang in Tabellen suchen muss.

Für Betreiber mit mehreren Liegenschaften ist ein zentrales Monitoring besonders wertvoll. Es erlaubt den Vergleich zwischen Gebäuden und zeigt, wo der grösste Handlungsbedarf besteht. Die KBOB-Energiebenchmarks und die Kennzahlen der SIA 2040 bieten dabei eine gemeinsame Vergleichsbasis.

Vom Messwert zum Entscheid: Wie Monitoring und Checkliste zusammenwirken.
Vom Messwert zum Entscheid: Wie Monitoring und Checkliste zusammenwirken.

Der rote Faden zu unseren Fachbeiträgen

Dieser Beitrag ist Teil 5 der Serie «Der Betreiber-Kompass». Die anderen Teile ergänzen das Bild:

Teil 1, «Was jeder Betreiber über seine GA-Anlage wissen sollte», legt die Grundlage für das Verständnis der eigenen Anlage. Teil 2, «Saisonumstellung richtig machen: Was im Heizung-Kälte-Übergang schiefgeht», zeigt, wie die Übergangsmonate die Energiebilanz beeinflussen. Teil 3, «Alarme verstehen und richtig reagieren: Ein Leitfaden für Betreiber», erklärt, wie man Alarme richtig einordnet und welche Sofortmassnahmen sinnvoll sind. Teil 4, «Wartungsplanung Gebäudetechnik: Was ein guter Servicevertrag enthalten muss», zeigt, wie Wartung und Monitoring zusammenwirken. Teil 6, «Was tun, wenn die Gebäudetechnik versagt? Ein Krisenplan für Betreiber», schliesst die Serie mit dem Umgang mit Ausfällen ab.

Für den systematischen Aufbau eines Energiemonitorings empfehlen wir die Artikel «Energiemonitoring aufbauen: was brauche ich wirklich?» und «Einsparpotenziale lesen und priorisieren: was die Monitoring-Daten wirklich zeigen». Wer die Ergebnisse intern und extern kommunizieren muss, findet in «Nachweis & Reporting: so kommunizieren Sie Ihren Energieerfolg» eine praxisnahe Anleitung.

Für Betreiber, die unter die Grossverbraucherpflicht fallen, ist ausserdem der Artikel «Grossverbraucher-Pflichten: UZV, KZV oder EVA, welcher Weg passt?» relevant. Er zeigt, welche Anforderungen an das Betriebscontrolling gestellt werden und wie man sie erfüllt.

Fazit

Zehn Kennzahlen, einmal im Monat geprüft: Das ist kein grosser Aufwand, aber ein erheblicher Unterschied gegenüber dem Jahresblick. Wärmeverbrauch, Vorlauftemperatur, Spreizung, Kälteverbrauch, COP, Kältespreizung, Gesamtstrom, Pumpen- und Ventilatoren-Strom, Warmwasserverbrauch und Energiekennzahl bilden zusammen ein Bild, das zeigt, ob eine Anlage so arbeitet, wie sie soll.

Warnsignale sind oft früh erkennbar, wenn man regelmässig hinschaut. Viele Korrekturen sind ohne Investition möglich, wenn man weiss, wo man suchen muss. Und wer die Kennzahlen kennt, kann Servicetechniker gezielt einsetzen, Massnahmen priorisieren und den Energieerfolg nachweisen.

Energiebewusstsein beginnt nicht mit einer grossen Sanierung. Es beginnt mit dem monatlichen Blick auf die richtigen Zahlen.

Sie haben Fragen dazu?

Sie möchten wissen, welche Kennzahlen für Ihre Liegenschaft besonders relevant sind, oder Sie suchen Unterstützung beim Aufbau einer einfachen Monitoring-Routine? Wir helfen Ihnen dabei, die richtigen Messgrössen zu definieren und die Auswertung in den Betriebsalltag zu integrieren. Melden Sie sich unter wenget.ch oder info@wenget.ch.

Quellenverzeichnis

  • SIA 2040: Energiekennzahlen für Gebäude (Schweizer Norm, Energiebezugsfläche und Verbrauchskennzahlen)
  • KBOB: Energiebenchmarks für Gebäude in der Schweiz (Orientierungswerte für Vergleich und Bewertung)
  • SN EN ISO 52120-1 (SIA 386.111): Energieeffizienz von Gebäuden, Beitrag der Gebäudeautomation und des Gebäudemanagements
  • ISO 50001: Energiemanagementsysteme, Anforderungen und Anleitung zur Anwendung
  • EnergieSchweiz: Betriebscontrolling und Energiemonitoring für Gebäude (Empfehlungen und Arbeitshilfen)
  • Eigene Projekterfahrung der WENGET GmbH aus Energieberatung, Monitoring-Aufbau und Betriebsoptimierung in der Schweiz
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