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Hydraulik & Messtechnik 2026 Abgeschlossen

Hydraulische Leistungsmessung Kälte, Bahnhof Visp

3930 Visp Kälteerzeugung: Fernkälte-Übergabestation mit vertraglicher Auslegungsleistung von 600.0 kW Verbraucherabgänge: 13 erfasste Abgänge, davon 6 physisch gemessen und 7 rechnerisch abgeleitet, unter anderem TABS und Flächenkühlung Messzeitraum: 08.08.2026 bis 25.08.2026
81'000 kWh

Einsparungsmöglichkeit Thermisch (Prognose)

29'840 kWh

Einsparungsmöglichkeit Strom (Prognose)

6

Messpunkte

17 Tage

Messdauer

Ausgangslage

Wir haben die Kälteanlage am Bahnhof Visp untersucht, die über eine Fernkälte-Übergabestation mit 600.0 kW Auslegungsleistung versorgt wird. Im Messzeitraum vom 08.08.2026 bis 25.08.2026 wurden 57'363.3 kWh thermische Energie bezogen. Auffällig war bereits zu Beginn, dass nur 6 der 13 erfassten Abgänge physisch gemessen wurden und keine elektrische Messung vorhanden war.

Unser Ansatz

Wir haben die Messkampagne über 18 Tage durchgeführt und die Last-, Betriebs- und Temperaturverläufe der physisch gemessenen Kreise ausgewertet. Zusätzlich haben wir die Jahresenergie auf 422'666.0 kWh/a hochgerechnet und die Leistungsdimensionierung, Spreizung, Kühlkennlinien sowie Anomalien analysiert. Für die nicht physisch gemessenen Abgänge haben wir die Werte nur auf Basis der rechnerischen Verteilung berücksichtigt.

Ergebnis

Wir haben eine deutliche Überdimensionierung der Fernkälteversorgung festgestellt. Die hochgerechnete Spitzenlast der Übergabestation liegt bei 200.9 kW und damit deutlich unter dem vertraglichen Anschlusswert von 600.0 kW. Gleichzeitig zeigte sich in mehreren gemessenen Kreisen ein massives Low-Delta-T-Syndrom, besonders an der Flächenkühlung der Stockwerkeigentümer mit einer mittleren Spreizung von nur 0.6 K statt 6.0 K. Zudem haben wir einen weitgehend durchgehenden Betrieb ohne wirksame Nacht- und Wochenendabsenkung festgestellt. Wir empfehlen die Reduktion des Fernkälte-Anschlusswertes auf 201.0 kW, den hydraulischen Abgleich der betroffenen Netze, die Überprüfung der Regelventile sowie die Optimierung der Zeitprogramme.

TABS (Thermoaktive Bauteilsysteme/Betonkernaktivierung)

TABS steht für Thermoaktive Bauteilsysteme und nutzt die thermische Masse massiver Betonbauteile als hocheffizienten Energiespeicher, um Gebäude zugluftfrei über Strahlung zu kühlen oder zu beheizen. Da das System im Kern von Betondecken liegt, reagiert es aufgrund der enormen Speichermasse extrem träge auf Temperaturänderungen. Aus diesem Grund ist eine klassische Einzelraumregelung (ERR) technisch nicht möglich, da kurzfristige Eingriffe völlig wirkungslos verpuffen würden. Die Regulierung von TABS erfolgt daher ausschließlich als Zonen- oder Stockwerksregelung, die primär für das Abdecken der thermischen Grundlast zuständig ist. Das System wird meist über eine witterungsgeführte Vorlauftemperatur gesteuert, um das Gebäude langfristig im optimalen Temperaturbereich zu halten. Für schnelle, individuelle Anpassungen an wechselnde Lasten im Raum müssen zusätzliche, flinke Systeme wie Heiz-Kühl-Decken oder Ventilatorkonvektoren ergänzt werden.

Erbrachte Leistungen

  • Messkampagne über 18 Tage vom 08.08.2026 bis 25.08.2026
  • Hydraulische Leistungsmessung an 6 physisch gemessenen Kreisen
  • Auswertung von Lastdauerlinien, Wochenprofilen und Schaltverhalten
  • Analyse von Spreizung, Volumenstrom und Kühlkennlinien
  • Hochrechnung des normierten Jahresverbrauchs auf 422'666.0 kWh/a
  • Erarbeitung von Empfehlungen zu Anschlusswert, Hydraulik und Betriebszeiten
Hydraulische Leistungsmessung Hydraulik

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